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Das Team von «Regio 144 care»

Dieses Trio liefert Antworten auf «Fragen, die plagen»

Bei der 12. Fachtagung PSNV am 9. Mai 2026 im Campus Sursee präsentierten Andrea Jutzi, Monika Weiss und Barbara Tiefenauer ein nachahmenswertes Projekt im Bereich «Nachsorge bei Rettungsdiensteinsätzen».

Rettungsdienst-Einsätze sind nicht selten Extremsituationen – für die Betroffenen, aber auch für Angehörige, ­Freunde, eventuelle Ersthelfer sowie Drittpersonen, die den Einsatz miterleben. Andrea Jutzi, Monika Weiss und Barbara Tiefenauer kennen die Problematik aus erster Hand. Sie alle arbeiten seit vielen Jahren als Rettungssanitäterinnen beim Rettungsdienst «Regio 144 AG» (siehe Box) – und haben schon viele Einsätze erlebt. Auch solche, die dramatisch verliefen oder endeten. Was solche Einsätze auslösen ­können und was sie selbst deshalb tun, berichteten sie im Rahmen eines Referats bei der auch 2026 wieder top organisierten und bestens besuchten Fachtagung PSNV im Campus Sursee.

Andrea Jutzi, Monika Weiss und Barbara Tiefenauer (v. links) bilden seit Anfang 2024 das «Regio 144 care»-Team.Andrea Jutzi, Monika Weiss und Barbara Tiefenauer (v. links) bilden seit Anfang 2024 das «Regio 144 care»-Team.© zVg

Fragen können plagen. Dann helfen Erklärungen und Begleitung

Nach der erfolglosen Reanimation einer betagten Person in den Räumlichkeiten einer Beratungsstelle hatten die Ersthilfe leistenden Mitarbeitenden viele Fragen. «Haben wir etwas falsch gemacht?» «Warum wurde die Reanimation abgebrochen?» «Wie lange wird eigentlich reanimiert?» «Woran erkennt man, dass weiteres Agieren keinen Erfolg mehr bringt?»

In einem anderen Fall, bei dem ein Mann nach einem Sturz vom Rettungsdienst hospitalisiert wurde, einen Herzstillstand erlitt und verstarb, machte sich dessen Sohn, der beim Sturz anwesend war, seinen Vater aber auf dessen Wunsch hin nicht in die Klinik begleitet hatte, grosse Vorwürfe: «Warum bin ich nicht mitgefahren?» «Habe ich versagt?» «Was genau ist eigentlich passiert?»

Ein weiteres Beispiel: Elf Monate nachdem eine Frau mit Brustschmerzen und Sensorikverlust im Bein auf dem Weg ins Spital im Rettungswagen zunächst einen Herzkreislaufstillstand erlitten hatte und im weiteren Verlauf im Schockraum des Spitals verstorben war, meldete sich eine Angehörige. Sie hatte Fragen, die sie nicht mehr zur Ruhe kommen liessen: «Weshalb dauerte der Einsatz vor Ort so lange?» «Warum wurde ein RTW für den Transport genutzt und nicht die Rega gerufen?» «Warum wurde dieses und kein anderes Spital angefahren?»

Fragen zu Fakten, die für Profis Alltag, für Betroffene jedoch fremd sind

Diese drei Beispiele zeigen eindrücklich, wie vielfältig die Fragen sind, die nach einem Rettungseinsatz zurückbleiben können. Sie beschäftigen – und überfordern manchmal – Angehörige und Freunde ebenso wie Aussenstehende.

Dabei sind die «Fragen, die plagen», sehr vielfältig. Sie ­drehen sich nicht selten um Fachbegriffe, Handlungen oder ­Abläufe, die den Rettungsdienstprofis längst in Fleisch und Blut übergegangen sind, für die Antwortsuchenden indes völlig fremd sind, bisweilen unverständlich oder unlogisch scheinen.

Dann ist es eminent, dass ausgewiesene Profis verständliche Antworten liefern. Menschen wie die drei Frauen von «Regio 144 care», welche die Abläufe, Vorgehensweisen und Fachbegriffe aus dem Berufsalltag kennen – und für Laien verständlich erläutern können.

Das «Regio 144 care»-Team nimmt sich der Fragen und der Menschen an

Das Team von «Regio 144 care» nimmt sich seit Anfang 2024 die nötige Zeit für solch klärende Gespräche. «Wir erläutern, hinterlegt mit Fakten aus dem Einsatzbericht, Schritt für Schritt, wie der Einsatz abgelaufen ist – und weshalb zu welchem Zeitpunkt welche Entscheidung gefällt und welche Massnahmen vorgenommen wurden. So können die Menschen verstehen, weshalb wir so agiert haben, wie es der Fall war. Belastende Fragen, Fachbegriffe sowie für die
Betroffenen unverständliche Aussagen oder Handlungen werden erklärt, Gedanken hinsichtlich eines möglichen
Eigenversagens der Betroffenen ausgeräumt.

«Häufig entsteht schon nach nur einem oder auch einigen wenigen Gesprächen eine Atmosphäre von Verständnis, spürbarer Entlastung und Angstbefreiung», haben die drei Frauen festgestellt. Nur in Einzelfällen besteht Bedarf für weiterführende Beratungs- oder Therapieangebote. Dann werden die Betroffenen an geeignete Fachpersonen weitervermittelt. Zudem kann das Team von «Regio 144 care» aus einem breiten Netzwerk heraus auch Unterstützung für chronisch kranke Menschen anbieten, zu denen der Rettungsdienst immer wieder vor Ort gerufen wird. Für Palliativpflege, häusliche Unterstützung, Angehörigenentlastung und mehr.

Für Betroffene kostenfrei – und natürlich datenschutzkonform

Finanziert wird das Pionierangebot durch die Regio 144 AG, also die Arbeitgeberin der drei Rettungssanitäterinnen, sowie durch allfällige Spenden. Die drei Frauen dürfen – gesamthaft – etwa ein 30-Prozent-Pensum in die Care-Arbeit investieren. Ihr Engagement erntet enorme Rückendeckung aus der Chefetage sowie grosse Wertschätzung – aus den Reihen des Teams von Regio 144 ebenso wie vonseiten der Menschen, die sie beraten.

Für Betroffene ist das Angebot von «Regio 144 care» kosten­frei – und natürlich ist der Datenschutz jederzeit vollumfänglich gewährleistet. «Bei sämtlichen Anfragen sowie eventuellen Weitervermittlungen wird vorgängig immer das Einverständnis der betroffenen Personen eingeholt», betonen sie. Zudem handelt es sich um ein rein freiwilliges Angebot. Dieses kann bei Bedarf in Anspruch genommen werden, stellt jedoch keinerlei Verpflichtung dar. Dennoch kommt es sehr gut an, bedient offensichtliche Bedürfnisse.

Ein freiwilliges Angebot, das sehr gut ankommt

In der Zeit von der Lancierung des Angebots bis zum PSNV-Kongress im Mai 2026 haben die drei Frauen von «Regio 144 care» rund 200 «manuelle» Fälle, bei denen Betroffene aktiv mit Fragen auf sie zukamen, sowie mehr als 800 «automatisch generierte» Fälle geleistet. Letztere sind Fälle, bei denen die Frauen proaktiv auf vor allem Angehörige zugehen – indem sie diese etwa 6 bis 9 Monate nach einem Rettungsdiensteinsatz kontaktieren, nachfragen, wie es ihnen geht, ob alles in Ordnung ist – oder ob Gesprächsbedarf besteht.

Diese aktive Kontaktaufnahme verblüffe die Menschen nicht selten, werde aber in aller Regel sehr geschätzt, haben sie festgestellt. «Das ist aber nett, dass Sie sich melden und nachfragen», heisst es häufig.

Fazit: Zur Nachahmung wärmstens empfohlen

Der lang anhaltende Applaus, der nach dem Referat der drei Frauen von «Regio 144 care» auf dem PSNV-Kongress 2026 aufbrandete, sowie die durchweg positiven Erfahrungen des Teams und auch der Geschäftsleitung der Regio 144 AG zeigen: Das in dieser Art bislang einzigartige Angebot bedient effektive Bedürfnisse, ist finanzierbar und wirkungsvoll. Denn es löst vielfältige Herausforderungen auf gute, flexible und unkomplizierte Weise.

Institutionen, die mehr zum Projekt «Regio 144 care» erfahren wollen oder nun sogar direkt daran denken, ein ähnlich gelagertes Angebot auf die Beine zu stellen, dürfen das Team von «Regio 144 care» gerne kontaktieren. Via E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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