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10 Highlights der SUISSE PUBLIC 2026

Innovationen beim 25-Jahr-Jubiläum

Vom 16. bis 19. Juni fand in Bern die 25. SUISSE PUBLIC statt. An den Ständen der Blaulicht- und Gelblicht-Ausrüster gab es auch dieses Jahr viel zu entdecken. Wir zeigen 10 ausgewählte Highlights.

Drei Jahre nach ihrer «Wiederauferstehung» anno 2023 – nach der coronabedingten Pause – lockte die 25. SUISSE PUBLIC vom 16. bis 19. Juni 2026 rund 13’000 Besucher auf das BERNEXPO-Gelände. Das waren etwa 3’000 Gäste weniger als vor drei Jahren – und auch die Zahl von etwa 300 Ausstellern war niedriger als damals (mehr als 360). Doch für die zahlreich angereisten Blau- und Gelblicht­kräfte lohnte der Besuch allemal. Denn gerade in ihren Bereichen gab es auch 2026 enorm viel Neues zu entdecken, wie unser Rückblick aufzeigt.

SWISS PUBLIC 2026SWISS PUBLIC 2026© Holger de Vries

© Jörg Rothweiler«RAWCAR RESCUER»: modulares Multitool mit acht Rädern

Krämer Special Vehicles aus dem deutschen Rheine ­brachte den wohl meistbeachteten Eyecatcher mit nach Bern: den «RAWCAR RESCUER». Das vierachsige Nutzfahrzeug für Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Militär und Wasserrettung ist modular aufgebaut – und schwimmfähig. Angetrieben von einem 74-PS-Hatz-Dieselmotor und ­ausgestattet mit Einzelradaufhängung, kommt das 3,95 Meter lange, 2,25 Meter hohe und zwischen 2,0 und 2,3 Meter breite Multi-­Purpose-Vehikel nahezu überallhin. Zudem kann es dank leistungsstarker Hydrauliksysteme und variabler Aufbaugestaltung individuell an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden. Vom Feuerlöschsystem mit bis zu 800 Liter fassendem Tank über eine geschlossene Fahrerkabine bis hin zu Lastenträgern vorn und hinten, Schlauchtrommeln oder Rettungsbahren sowie Seilwinden ist vieles möglich. Sogar Gummiketten, die auf den serienmässigen Rädern laufen, sind erhältlich. Bis Ende 2026 soll das Fahrzeug serienreif sein – und kann dann zu Preisen ab etwa 165’000 Franken bestellt werden. Mehr Infos gibt’s auf: www.kraemer-vehicles.com

© Synex Tech«DRILL-X»: innovatives Bohr-Lösch-Gerät

Synex Tech aus Bad Goisern in Österreich hat «Drill-X» entwickelt. Das System, eine Symbiose aus Bohr- und Löschgerät, ermöglicht das Löschen schwer zugänglicher Brände – ohne Sicherheitsrisiko, ohne Sauerstoffeintrag, mit maximaler Effizienz. Das Gerät kann an jede Niederdruck­pumpe angeschlossen werden und bohrt sich, angetrieben durch die hydraulische Energie des Löschwassers, durch Holz, Trockenbauwände, Metalle, aber auch Beton, Ziegelmauern und andere massive Werkstoffe. Dazu stehen drei Bohrsysteme zur Verfügung, die sekundenschnell gewechselt werden können – mit einem handlichen Drehmomentschlüssel. Anders als konventionelle Hochdruck-Schneid-Löschsysteme werden weder Hochdruck noch Abrasive benötigt, bei zugleich markant höherer Löschleistung (bis 800 l/min). Bereits beim Bohren kühlt Löschwasser die Oberfläche, nach dem Bohren dringen die Löschdüsen in den Brandraum ein – und das Löschwasser wird feinst vernebelt direkt in den Brandraum eingebracht. Durchflussmenge, Strahlwinkel und Löschmedium sind variabel. Das nahezu wartungsfreie Gerät wiegt 10,2 Kilogramm und wird inklusive dreier Bohrsysteme ausgeliefert. Mehr Infos gibt’s auf: www.drill-x.at

© zVg«Pull & Go»: Halterungssystem ohne Karabiner

Klein, leicht, aber oho ist «Pull & Go» von Rosenbauer. Entwickelt auf Initiative einer selbst bei der Feuer­wehr tätigen Mitarbeiterin, ermöglicht es die Kombination einer V-förmigen Haltelasche und zweier Kunststoffkugeln mit Nylonbändern, die Handschuhe (oder andere Dinge) ebenso sicher wie schnell zugriffsbereit am Körper zu tragen. Dazu befestigt man die Kugeln an den Handschuhschlaufen – und führt sie dann ins Plastikholster ein. Dieses hält sie sicher fest – bis man fest an den Handschuhen zieht, wodurch die Kugeln aus dem Holster gleiten. Das ­clever designte Gadget ist für etwa 10 Euro im Online-Shop ww.shop.rosenbauer.com erhältlich.

Die LED-Drohnen sorgen für eine homogene, blendfreie Ausleuchtung grosser Flächen.Die LED-Drohnen sorgen für eine homogene, blendfreie Ausleuchtung grosser Flächen.© zVg«DRONE.LITE»: kabelgebundene Drohnen zur Flächenbeleuchtung

EUROSIGNAL aus Österreich zeigte in Bern die Beleuchtungsdrohnen «DRONE.LITE 10» und «DRONE.LITE 100». Das kleinere Modell wiegt 249 Gramm, hat ein 10-Meter-Kabel und leuchtet mit bis zu 16’000 Lumen (dimmbar) Flächen bis 1’300 m2 aus. Das grössere Modell (2,6 kg) steigt bis zu 50 Meter hoch auf, liefert maximal 120’000 Lumen, kann bis zu 8’000 m2 grosse Flächen ausleuchten – und verfügt zusätzlich über eine Full-HD-Kamera sowie einen Fallschirm. Pfiffig: Beide Systeme werden inklusive Bodenstation (Controller) geliefert und können über jede beliebige 230-V-Steckdose oder eine Powerstation betrieben werden. Durch das spezielle Kabel werden die Drohnen mit Spannung versorgt, wodurch eine nahezu unbegrenzte Einsatzdauer ermöglicht wird. Mehr Infos gibt’s auf: www.eurosignal.at

© Jörg Rothweiler«SEAT PROTECT»: passgenaue Schonbezüge für BORS-Fahrzeuge

Die in Sirnach domizilierte TAGZONE CONSTRUCTION & DESIGN GMBH brachte «Seat Protect» mit nach Bern: Schutzüberzüge für die Sitze von Einsatzfahrzeugen. Diese sind mit Stoff-, Kunstleder- oder Alcantara-Bezug (oder Kombinationen davon) erhältlich, können mit farblich abgesetzten Nähten sowie gestickten Logos und Schriftzügen bestückt werden und bieten auf Wunsch sogar Sitzheizung. Dank spezieller Nähte sind die Bezüge für Sitze mit Seitenairbags geeignet. Die Preise der passgenau für die Sitze des jeweiligen Fahrzeugs produzierten Überzüge starten bei 335 Franken für einen Einzelsitzbezug aus Stoff und reichen bis 1’375 Franken für das Kunstleder-Komplettset für ein 8- bis 9-plätziges Fahrzeug. Mehr Infos gibt’s auf: www.tagzone.ch

Pierre Wasgien, Vertriebsdirektor von Rössle, demonstriert, wie einfach der Schmutzwasserring der Tauchpumpe «FLAT-ROSS» abgenommen werden kann.Pierre Wasgien, Vertriebsdirektor von Rössle, demonstriert, wie einfach der Schmutzwasserring der Tauchpumpe «FLAT-ROSS» abgenommen werden kann.© Jörg Rothweiler«Null-Millimeter-Pumpen» von Rössle

Schmutzwasser- und Tauchpumpen gibt es viele. Doch die meisten hinterlassen am Ende einige Millimeter Restwasser, das aufwendig aufgenommen werden muss. Von Rössle aus Marktoberdorf/Deutschland gibt es nun Modelle der «ROSS»- und «TERA»-Serie, die eine Flachabsaugung auf nahezu null Millimeter ermöglichen. Dazu muss nur der abnehmbare Schmutzwasser- oder Flachsaug-Ring, der die Pumpe bei höheren Wasser­ständen vor Verstopfung schützt, entfernt werden (Bajonettverschluss). Bleibt dennoch – etwa auf unebenen Böden – etwas Restwasser zurück, kann dieses mithilfe der neuen ­Rössle-Flachsaugmatte blitzschnell aufgesaugt werden. Die Matte aus CR-Kautschuk wiegt nur 3,4 Kilogramm, misst 500 × 290 × 120 Milli­meter, passt auf alle Rössle-Feuerwehr­sauger, ist leicht, aber robust und chemikalienbeständig. Mehr Infos zu Saugern, Pumpen und Zubehör gibt’s auf: www.roessle.ag

Kompakt, leicht transportierbar, intuitiv bedienbar: die Kleinlöschanlage «Aqua-Blitz».Kompakt, leicht transportierbar, intuitiv bedienbar: die Kleinlöschanlage «Aqua-Blitz».© Jörg Rothweiler«Aqua-Blitz», «Heidi» und «Peter»: Pfiffiges bei der Vogt Schweiz AG

Die Vogt Schweiz AG aus Oberdiessbach verblüffte auf der Suisse Public mit den produktionsreifen Prototypen einer Kleinlöschanlage im Euro-Paletten-Format. Das in einen stabilen Alu-Rollkäfig (mit Totmannbremse!) integrierte System besteht aus einer elektrischen, via Akkus mit Energie versorgten Pumpe (2,2 kW Leistung, bis 30 bar, bis 30 l/min; Laufzeit bis 45 min), einer 60-Meter-D-Schlauch-Haspel, einem 210-Liter-Wassertank sowie zwei Feuer­löschern. Im Einsatzfall muss der Rollcontainer nur entladen werden, dann den Einschaltknopf drücken, Pumpe via Drehregler auf gewünschte Leistung bringen – und schon kann die Löscharbeit beginnen. Auf Kundenwunsch ist die «Aquablitz»-Anlage auch mit grösserem Tank oder im massgeschneiderten Käfig, der beispielsweise ins Heck eines Offroadfahrzeugs à la INEOS Grenadier oder auf die Ladebrücke eines Pick-ups passt, realisierbar.

Ebenfalls grosse Aufmerksamkeit erntete die intuitiv bedienbare, auf einer von Vogt Schweiz selbst entwickelten Software basierende Steuerung für Feuer­wehrfahrzeuge «VOGT ICON».

Dritte Neuheit waren «Heidi» und «Peter»: ­kompakte und leichte Löschdecken aus der Flasche. Die Idee dazu hatte die Gattin von Vogt-Schweiz-AG-Inhaber Beat Jermann. «Die Decke besteht aus einem hoch-hitzebeständigen Material (mehr als 1’000 °C; die Norm EN 1869:2019 wird weit übertroffen), das auf der Haut nicht kratzt, und ist leicht transportabel», erzählt er. So eignen sich die 1 × 1 Meter grossen Decken perfekt für Haushalt, Garage, Werkstatt und Outdoor-Aktivitäten. Vom Pfannenbrand in der Küche über brennende E-Velo- oder Elektrowerkzeug-Akkus bis zum kleinen Lagerfeuer lässt sich alles schnell und sicher löschen. Gewoben, beschichtet und vernäht werden «Heidi» und «Peter» in Europa, die Flasche und die Verpackung werden in der Schweiz produziert. Mehr Infos gibt’s auf: www.vogtag.ch

© Jörg Rothweiler«Alpha Robotics Wolf C1»: taktischer Einsatzroboter für Feuerwehren

Am Messestand der Foppa AG stach der «Alpha Robotics Wolf C1» mit aufmontiertem Grosslüfter ins Auge. Dank Wechselbrückensystem mit Airline-Schienen ist das ferngesteuerte Fahrzeug uneingeschränkt mit gängiger Ausrüstung kompatibel und kann für Spezialzwecke individualisiert werden. Der Raupen­roboter mit zwei 7,5-kW-E-Motoren (je 1’050 Nm) und 11,2-kWh-Li-Ion-Akku ist etwa 1,5 Meter lang, 1,3 Meter breit und zwischen 76 und 90 Zetimeter hoch – je nachdem, ob der Hubtisch ein- oder ausgefahren wird. Zudem verfügt er über Beleuchtung, werkzeuglos abnehmbare Anhängekupplung, 2,4-Tonnen-Seil­winde und ausfahrbare Krallenstützen. Mehr Infos auf: www.foppa.ch

© zVg«Evolution Line – Pulse»: die aerodynamische Alternative zum Blaulichtbalken

Hänsch Warnsysteme aus Herzlake (Deutschland) zeigte in Bern einen VW ID. Buzz mit der seriennahen Designstudie «Pulse» der neuen «Evolution Line». Die mehrfarbigen Leuchten, die den klassischen Blaulichtbalken und Kennleuchten ersetzen können, bestehen aus einem passgenau auf das jeweilige Fahrzeug ab­gestimmten Montagekeil, einer Adapterplatte mit integrierter Blaulichttechnik und einer unterschiedlich aufsetzbaren Haube. Vorteile der neuen Lösung insbesondere für E-Fahrzeuge: weniger Luftwiderstand, geringere Lärmentwicklung, niedrigere Aufbauhöhe und optimale Sichtbarkeit in Verbindung mit zahlreichen Lichtfarben, Funktionen und Blitzmustern.

Eine weitere Neuerung von Haensch sind Dachbalkensysteme mit integrierter Akustiklösung (Unterbaulösung oder vollintegriert). Zwar erhöhen diese die Geräuschbelastung im Innenraum, sparen aber den Einbauaufwand typischer, im Motorraum abgesetzter Akustiklösungen. Mehr Infos zu allen Designstudien gibt’s auf: www.fg-haensch.de

DANKE SCHÖN von BLAULICHT

Natürlich war BLAULICHT nicht nur redaktionell, sondern auch mit einem eigenen Stand an der SUISSE PUBLIC 2026 vertreten. An dieser Stelle danken der Verlag und die Redaktion nochmals allen, die an unserem Messestand vorbeigeschaut und vielleicht sogar ein paar Dart-Pfeile geworfen haben, herzlich für ihren Besuch. Auch sagen wir allen, an deren Ständen wir aus erster Hand exklusive Informationen zu Innovationen und Dienstleistungen erhalten haben, «Merci vielmol!» für die unterstützende Zusammenarbeit.

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