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Das Projekt «Swiss Emergency Data Hub» (SEDH)

Eine Plattform für den landesweiten Informationsaustausch im Rettungswesen

Eilen Rettungskräfte zu einem Einsatz, handelt es sich meist um ein «kooperatives Ereignis», in dem Fachleute diverser Organisationen Hand in Hand agieren – häufig aus unterschiedlichen Regionen oder sogar Kantonen. Damit dabei alle jederzeit über sämtliche relevanten Informationen verfügen, hat die sureVIVE AG gemeinsam mit Partnern nun das Projekt «Swiss Emergency Data Hub» (SEDH) lanciert.

Bei einer Vielzahl von Ereignissen – hier bei einem Verkehrsunfall – stehen Mitglieder verschiedener Rettungsorganisationen kooperativ im Einsatz. Künftig soll die Zusammenarbeit noch besser werden, basierend auf einem einheitlichen Echtzeit-Lagebild. Dazu wurde das Projekt «SEDH» initiiert, das derzeit von der sureVIVE AG mit mehreren Partnern und Pilotkantonen umgesetzt wird.Bei einer Vielzahl von Ereignissen – hier bei einem Verkehrsunfall – stehen Mitglieder verschiedener Rettungsorganisationen kooperativ im Einsatz. Künftig soll die Zusammenarbeit noch besser werden, basierend auf einem einheitlichen Echtzeit-Lagebild. Dazu wurde das Projekt «SEDH» initiiert, das derzeit von der sureVIVE AG mit mehreren Partnern und Pilotkantonen umgesetzt wird.© Rega

Passiert in der Schweiz ein Unglück, sind die Einsatzkräfte der Sicherheits- und Rettungsorganisationen jederzeit zur Stelle, um zu helfen, zu retten, zu bergen oder zu löschen. Dabei erfordert in der Regel jedes Ereignis – vom Schwelbrand in der Küche bis zum überregionalen Grossereignis wie einer kantonsübergreifenden Naturkatastrophe – das Zusammenwirken von Kräften unterschiedlicher Organisationen. Beispielsweise Feuerwehr, Sanität und Polizei – oder auch Strassen-, Luft-, Berg-, Höhen-, Tiefen- und Gewässer­retter sowie First Responder (FR), Geländesuchhunde, Zivil- und Katastrophenschutz.
Jede Organisation der Schweizer Blaulichtfamilie dient spezi­fischen Zwecken, hat individuelle Stärken, verfügt über spezialisierte Fachpersonen und die dazu passge‑­nauen Einsatzmittel. Im Verbund der Kräfte entsteht ein leistungsstarkes Miteinander, aus dem heraus die ereignis­spezifisch geforderten Leistungen erbracht werden – schnell, effizient, mit hoher Qualität und Sicherheit.

Ein Lawinenunglück wie jenes am 26. Dezember 2019 in Andermatt ist ein gutes Beispiel für einen kooperativen Einsatz. Damals standen 40 ARS-Bergretter, die Rega, der kommerzielle Heli­kopterbetreiber Swiss Helicopter AG, 20 zivile Helfer, 5 Suchhunde-Teams, die Kantonspolizei Uri sowie Angehörige der Bergbahnen und der Sanität im Einsatz.Ein Lawinenunglück wie jenes am 26. Dezember 2019 in Andermatt ist ein gutes Beispiel für einen kooperativen Einsatz. Damals standen 40 ARS-Bergretter, die Rega, der kommerzielle Heli­kopterbetreiber Swiss Helicopter AG, 20 zivile Helfer, 5 Suchhunde-Teams, die Kantonspolizei Uri sowie Angehörige der Bergbahnen und der Sanität im Einsatz.© RegaBeispiel: Lawinenunglück im Wintersportgebiet

Ein gutes Beispiel liefert ein (fiktives) Lawinenunglück im Skigebiet. Gleichgültig, wer dieses meldet – eine Privat­person, ein Disponent der Bergbahn oder ein Pistenpatrouilleur: Der Alarm, der bei der Einsatzzentrale der Rega über deren Alarmnummer 1414 angenommen wird, setzt eine Kaskade in Gang. Diese bindet Einsatzkräfte unterschie­d­licher Organisationen ein: Pistenrettungsdienste, Fach­spezialisten, Lawinenhundeführer und Rettungsstationen der Alpinen Rettung Schweiz (ARS), Polizei, Sanität und die Rega selbst. Hinzu kommen bisweilen zivile Institutionen – etwa kommerzielle Helikopterfirmen, die Transportein­­­­­­sätze leisten – oder, in gewissen Fällen, First Responder oder Peers.

Kooperation und Kommunikation sind das A und O für den Erfolg

Damit das interorganisatorische und nicht selten auch überregionale Miteinander optimal gesteuert und koordiniert werden kann, ist für den gemeinsamen Erfolg ein Faktor eminent: ein gemeinsames Lagebild, basierend auf in Echtzeit verteilten Informationen und Daten, sowie eine jederzeit allen zugängliche Kommunikationslösung.

Im genannten Beispiel eines Lawinenunglücks, bei dem eine hohe Geschwindigkeit der Hilfe einen kritischen Faktor darstellt, müssen Manpower und Materialien schnell und gezielt zum Einsatz kommen. Mithilfe eines einheitlichen Lagebilds können beispielsweise Helikopter effizient Einsatzkräfte aufnehmen, Anflugzeiten abgeschätzt und die Lage am ­Lawinenkegel überblickt werden. Zudem wirkt sich die Sichtbarkeit von Helikoptern im gemeinsamen Lagebild ­positiv auf die Flugsicherheit aus.

Dabei ist die erste Phase im Einsatz ebenso entscheidend für die erfolgreiche Gesamtbewältigung des Ereignisses wie alle nachfolgenden Schritte, die mit einem «Aufwachsen» der Kräfte und Mittel einhergehen. Entsprechend müssen Menschen, Fahrzeuge und Helikopter lageabhängig ins ­System eingebunden werden können – jederzeit, einfach manuell oder automatisiert, hochverfügbar und Hardware-unabhängig.

Live-Lagebild und Einsatzleitung dank Lösungen von sureVIVE

Mit «MOMENTUM PRO», «ARMC» und Threema-Gruppenchats verfügt sureVIVE über ein von bereits 22 Kantonen und zahlreichen Rettungsorganisationen genutztes System für Alarmierung, Ein­satz­leitung, Echtzeit-Lagebild und Einsatzkommunikation. Dieses ist als Web-Applikation und als mobile App verfügbar – und wird nun, ergänzt um weitere Komponenten, zum SEDH weiterentwickelt.Mit «MOMENTUM PRO», «ARMC» und Threema-Gruppenchats verfügt sureVIVE über ein von bereits 22 Kantonen und zahlreichen Rettungsorganisationen genutztes System für Alarmierung, Ein­satz­leitung, Echtzeit-Lagebild und Einsatzkommunikation. Dieses ist als Web-Applikation und als mobile App verfügbar – und wird nun, ergänzt um weitere Komponenten, zum SEDH weiterentwickelt.© sureVIVEEine bewährte Lösung für das skizzierte Beispiel besteht seit 2021 mit «Alpine Rescue Mission Control» (ARMC). ­Diese basiert auf dem SaaS-Tool «Momentum PRO» und dient der Alarmierung, Einsatzführung und Lagebilddarstellung bei terrestrischen und luftgestützten Rettungseinsätzen
(siehe auch BLAULICHT 04-2024). Entwickelt wurde das System von der sureVIVE AG mit Sitz in Mendrisio, die es auch betreibt. «Im Fall einer Notsituation im Berggebiet, für ­welche die ARS den Einsatz übernehmen soll, werden deren Rettungskräfte sowie allfällig benötigte weitere Rettungskräfte, etwa Pistenretter, via <ARMC> aufgeboten. Die
Alarmierung erfolgt über die Sanitätsnotrufnummer 144 oder die Alarmnummer 1414 der Rega, die in solchen Fällen meist auch die Einsatzkoordination übernimmt», erklärt sureVIVE-CEO Georg Hauzenberger.

Das Aufgebot der Kräfte nach der Alarmierung kann sodann – dank eines flexiblen, ­intelligenten Algorithmus – vollautomatisch nach dem «Next-Best»-Prinzip erfolgen. Oder, bei Bedarf, auch manuell selektiv.

Unmittelbar nach der Alarmierungs- und Aufgebot­phase mutiert die Lösung nahtlos zum Einsatzleit- und Lagebildsystem, mit dessen Hilfe die disponierten Einsatzkräfte überwacht, informiert und geleitet werden. «Dabei können auch ­weitere, während der Aufwuchs­phase hinzustossende Kräfte eingebunden werden», er­läutert Georg ­Hauzenberger. «Während des gesamten Einsatzes haben alle dank des kartenbasierten Live-Lagebilds zu jedem Zeitpunkt den perfekten Überblick.»

Überdies können – im Sinn eines Ökosystems der besten IT-Systeme – aus «Momentum PRO» und damit auch aus «ARMC» heraus automatisch Gruppen in der sicheren und datenschutzkonformen Kommunikationsapp Threema ­erstellt werden, die von allen beteiligten Einsatzkräften
zur multimedialen Kommunikation genutzt werden können ­(siehe auch BLAULICHT 04-2025).

Rega will das bewährte System mit Partnern zum SEDH emanzipieren

Die Rega war vom Start weg massgeblich in die Entwicklung involviert. Sie nutzt das System in ihrer Einsatzleitzentrale, um Notfalleinsätze der ARS-Bergretter und deren First-Responder-Plus-Gruppen (FR+) sowie weiterer Rettungskräfte, etwa der Gewässerretter in der Ostschweiz, auszulösen, zu koordinieren, zu unterstützen und zu leiten. Auch bei Pistenrettungsdiensten wird das System schweizweit immer mehr eingesetzt – mit dem Ziel, diese effizienter in die Rettungskette einzubinden und sogar die elektronische Anforderung von Rettungshelikoptern und potenziell ­Ambulanzen zu ermöglichen.

Nach nunmehr fast fünf Jahren erfolgreicher Arbeit mit dem System in nahezu der ganzen Schweiz will die Rega es gemeinsam mit Blaulicht- und Industriepartnern skalieren – und zum «Swiss Emergency Data Hub» weiterentwickeln. Dieser soll allen interessierten Organisationen der Schweizer Blaulichtfamilie zur Anbindung offenstehen, ­damit diese Einsatzinformationen miteinander teilen können. «Eigen­bestimmt und rollenbasiert, anhand strenger Kriterien bezüglich Datenhoheit und Datenschutz», wie Georg Hauzenberger betont.

Georg Hauzenberger, CEO von sureVIVE: «Grenzen, aufgrund derer Einsatzkräfte kooperierender Rettungsorganisationen nicht dasselbe Lagebild haben, müssen eingerissen werden. Das Projekt SEDH führt zur ’Demokratisierung des Rettungswesens’ – zum Vorteil aller, die darin mitwirken.»Georg Hauzenberger, CEO von sureVIVE: «Grenzen, aufgrund derer Einsatzkräfte kooperierender Rettungsorganisationen nicht dasselbe Lagebild haben, müssen eingerissen werden. Das Projekt SEDH führt zur ’Demokratisierung des Rettungswesens’ – zum Vorteil aller, die darin mitwirken.»© zVgDiese Intention steht hinter dem Projekt SEDH

Die Idee des SEDH ist so bestechend einfach wie logisch. Als national engagierte Luftrettungsorganisation agiert die Rega seit jeher regionenübergreifend. Zudem ist sie immer interorganisatorisch tätig – im Verbund mit den am jeweiligen Einsatzort zuständigen Kräften. Entsprechend eminent ist ihr Bedarf für einen effizienten und sicheren Informations- und Datenaustausch über institutionelle sowie regionale respektive kantonale Grenzen hinweg.

Bislang sieht sich die schweizweit tätige Rega dabei mit zwei wesentlichen Hemmschwellen konfrontiert: Mit der oftmals technisch bedingten «Blindheit» lokal verankerter Organisationen für alles, was ausserhalb der eigenen, räumlich wie organisatorisch nicht selten eng gesteckten Grenzen geschieht. Und mit der Tatsache, dass es in der Schweiz bislang weder eine nationale Sanitätsnotrufzentrale (SNZ) noch ein landesweites digitales Ökosystem gibt, das im Fall eines Ereignisses Live-Informationen zu personellen ­Ressourcen sowie verfügbaren Einsatzmitteln liefern
könnte – für alle und von allen in ein bestimmtes Ereignis eingebundenen Kräfte.

Beide Faktoren wirken sich negativ auf die Möglichkeit aus, ein gemeinsames Lagebild aller in ein Ereignis involvierten Einsatzkräfte zu nutzen und jederzeit stringent das Prinzip «Next best» anwenden zu können. Aufgrund der Kleinteiligkeit der Schweiz und ihrer föderalistischen Strukturen ­besteht ein historisch gewachsener Flickenteppich aus ­Zuständigkeiten, Organisationen und Einsatzräumen. Entsprechend mühsam gestaltet sich nicht selten der Austausch einsatzrelevanter Informationen bei kooperativen Ein­– sätzen. Informationsinseln sind die Regel – und Brüche in der Informations- oder Datenweiterleitung fast schon der
Normalfall. Nun soll sich das ändern – mit dem «Swiss Emergency Data Hub».

Essenzielle Informationen teilen – selbstbestimmt und sicher

Dieser befindet sich bereits in der Entwicklung und soll im Ereignisfall alle relevanten Informationen an einem Ort ­bündeln – mit Zugriff für alle involvierten Organisationen. Eine grosse Herausforderung dabei waren die strengen ­Datenschutzrichtlinien sowie die unantastbare Dispositions- und Datenhoheit jeder Organisation. «Beidem trägt der SEDH umfassend Rechnung», betont daher Programmleiter Martin Thalmann. «Auf dem Hub werden Daten gestreamt –
aber nicht gespeichert. Zudem entscheidet jede angebundene Organisation selbstbestimmt, mit wem sie Daten teilen will – und welche Daten sie teilen will.» Überdies werden die Daten wie bei «Momentum PRO» rollenbasiert gestreamt. «Beispielsweise ist es nicht möglich, dass eine Sanitäts­organisation sensible Patientendaten mit einem privaten Helikopterunternehmen, das Transportflüge leistet, teilt respektive dass Letzteres wie auch immer Zugriff auf solch sensible Daten erlangen könnte», versichert Martin ­Thalmann.

Nutzung bestehender Technologien

So visionär das Projekt SEDH klingt: Die digitale Welt muss dafür nicht neu erfunden werden. Denn mit «Momentum PRO», «ARMC» sowie der von sureVIVE und Threema für die ARS realisierten «Dynamischen Gruppenkommunikation» über Threema Work existieren wesentliche, in der Praxis bewährte Bausteine bereits. Ergänzt werden sie um Lösungen zur Verteilung von Informationen. «Auch die gibt es schon. Wir wenden sie für den SEDH lediglich in einem ­neuen Kontext an – und mit bisher nicht gekannter Rigorosität», verrät Georg Hauzenberger.

Komplett neu gedacht werden musste indes die Architektur der Schnittstellen, wie er erläutert: «Klassische Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hätten eine sehr hohe Anzahl von Schnittstellen bedingt, was die Betriebskomplexität und die Kosten für Blaulichtorganisationen treibt. Das kam nicht infrage. Stattdessen setzen wir auf eine ereignisgesteuerte Architektur. Alles findet auf dem SEDH statt – und jede ­Organisation benötigt daher nur eine einzige Schnittstelle: die zum Hub.»

Diese Schnittstellen werden derzeit von renommierten Schweizer Spezialanbietern wie beispielsweise Hexagon, LogObject, Swisscom und sureVIVE entwickelt. Das Ziel: Interessierte Organisationen sollen sich über standardi­sierte Verbindungen auf dem «SEDH» einloggen können – unabhängig von und passgenau zu ihren jeweiligen ELZ-Lösungen. «Bei der Konfiguration der Schnittstelle zum Hub kann dann exakt definiert werden, welche Informationen mit welchen anderen Organisationen geteilt werden sollen – und welche nicht», erklärt Georg Hauzenberger.

Nur eine einzige Schnittstelle ist nötig – zum SEDH

Im Ereignisfall werden ereignisrelevante Informationen also niemals auf dem SEDH gespeichert, sondern über diesen gestreamt und entsprechend den jeweiligen Konfigurationen der Schnittstellen geteilt. So werden Informationen, die von einer Organisation produziert werden (beispielsweise von einer kantonalen SNZ, welche aufgrund einer Alarmmeldung einen Einsatz auslöst), den anderen in das Ereignis eingebundenen Akteuren zugänglich gemacht. Letztere nehmen sie auf, stellen sie dar, verarbeiten sie weiter – etwa, indem die SNZ einen Rettungswagen entsendet, die Rega einen Helikopter und die jeweilige kantonale FR-Organisation oder die ARS einen First Responder oder First Responder+. ­Diese Informationen fliessen zurück – und über den Hub zu den anderen Partnern. Alle involvierten Einsatzleitstellen und im Einsatz befindlichen Rettungskräfte wissen sofort: Der Rettungswagen, die Rega und die First Responder sind ­unterwegs. Und natürlich sehen sie auf der Live-Karte auch, wo sich diese aktuell befinden.

«So entsteht ein detailliertes dynamisches Live-Lagebild. Alle wissen, was bereits veranlasst und getan wurde, was aktuell läuft, wer sich wo befindet – und was die nächsten Schritte sein müssen», erklärt Adrian Schindler, Mediensprecher der Rega. «Ressourcen, Handlungen und Einsatzmittel werden für alle transparent. Das erleichtert und ­intensiviert das Teamwork, ermöglicht faktenbasierte ­Entscheide in kürzerer Zeit, vermeidet Nachfragen, Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Kooperative Einsätze können dadurch schneller, effizienter und sicherer bewältigt werden.»

Mit dieser grundlegenden Zielsetzung steht das Projekt ­übrigens dediziert im Einklang mit dem vom Interverband Rettungswesen (IVR) in dessen «Vision Rettungswesen Schweiz 2034» formulierten Ziel der durchgängigen Digitalisierung der Schweizer Rettungskette.

Entwicklung im kooperativen Verbund

Ganz nach dem Vorbild der Einsatzkräfte am Schadenplatz, wirken auch im Projekt SEDH zahlreiche Partner unterschiedlicher Institutionen mit. Die Rega ist Auftraggeberin und stemmt die Anschubfinanzierung. Die sureVIVE AG agiert als Entwicklerin, Lieferantin und Plattformbetrei­­-berin der ersten Stunde. Vonseiten der Industrie sind im Teilprojekt «Architektur» namhafte Anbieter aus den Be­reichen Einsatzleitung, Alarmierungslösungen und Einsatzkommunikation mit an Bord. Und im Teilprojekt «Nutzer» engagieren sich neben der Rega mit der ARS und weiteren Partnern auch drei Pilotkantone: der Kanton Graubünden, der einst als erster Kanton die ARS mit dem Aufbau eines FR+-­Dispositivs beauftragte und entsprechend langjährige ­Erfahrung mit den ARS-Apps hat. Der Kanton St. Gallen, der im Bereich der Wasserrettung, wo die Polizeitaucher der Kantonspolizei St. Gallen, die Kräfte der SLRG Mittel­­­rhein­tal und die Fachspezialisten Canyoning der Alpinen Rettung Ostschweiz (ARO) kooperieren, viel Erfahrung mit Kooperationen über Institutions- und Kantonsgrenzen hinweg mitbringt. Und der Kanton Tessin, der bei den schweren Unwetterereignissen 2024 im Misox, im Maggiatal und im Val Bavona viel Leid erfuhr – aber auch umfassende Praxis­erfahrungen zur kantons- und organisationsübergreifenden Kooperation der Rettungskräfte sammeln konnte, die nun in wertvolle Beiträge für den SEDH münden werden.

Mitarbeit im Teilprojekt «Nutzer» ist möglich

Wie beim Aufwuchs der Kräfte im Ereignisfall wird die Zahl der im Projekt SEDH engagierten Personen, Firmen und Organisationen sowie Kantone noch wachsen – was durchaus geplant ist, wie Martin Thalmann erläutert: «Interessierte, die am SEDH-Projekt mitarbeiten wollen, insbesondere in der Gruppe <Nutzer>, sind eingeladen, Kontakt zu uns aufzunehmen.» Schliesslich zielt das Projekt auf eine breite Basis zugunsten landesweiter Akzeptanz und Nutzung. Daher ist laut Martin Thalmann auch angedacht, dass der SEDH ab einem bestimmten Stadium von einer noch zu formierenden Trägerschaft verwaltet, finanziert und ­weiterentwickelt wird. Von und zum Nutzen der beteiligten Organisationen – und für die Menschen, die in der Schweiz in eine Notlage geraten, welche im kooperativen Verbund bewältigt werden muss.

Mehr Infos erhalten interessierte Organisationen über die Firma sureVIVE AG auf der Website www.sedh.ch, per ­E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch unter der Nummer 091 646 29 04.

 

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