Spezielle Einsatzmittel der Schöpfer Garage & Autohilfe AG
Clevere Einsatzmittel für Bergung, Unfall- und Pannenhilfe
Seit Jahrzehnten engagiert sich die Schöpfer Autohilfe in den Kantonen Aargau und Solothurn in den Bereichen Strassenhilfe, Pannen-, Abschlepp- und Bergungsdienst. Dabei setzt sie auch sehr spezielle Fahrzeuge ein, wie ein Besuch vor Ort offenbart.
Was vor 39 Jahren als Zweimannbetrieb «Hans Schöpfer Garage & Carrosserie» mit Ford-Markenvertretung begann, hat sich zum leistungsstarken Dienstleistungsbetrieb für Versicherer, Fahrzeugimporteure, den TCS sowie die Blaulichtkräfte der Kantone Aargau und Solothurn entwickelt: die Schöpfer Garage & Autohilfe AG, kurz «Schöpfer Autohilfe», aus Oberentfelden.
Diese besteht unter dem aktuellen Firmennamen seit 2004 – und wurde von Hans Schöpfer, dessen Gattin Ursula Schöpfer-Schliess und Urs Schöpfer, Neffe des Firmengründers und seit 1995 im Unternehmen tätig, gegründet. Seit dem Tod von Hans Schöpfer im Jahr 2023 amtet Ursula Schöpfer als VR-Präsidentin und leitet das Backoffice,
während Urs Schöpfer, der uns den Betrieb und dessen technische Ausstattung zeigte, das tägliche Business leitet und selbst zu Einsätzen ausrückt. Tatkräftig unterstützt wird er von Michael Meier, dessen jahrelange Erfahrung für den Betrieb von grosser Bedeutung ist.
In die Schöpfer Autohilfe integriert ist die «Falkom Suisse – Abschlepp- und Bergetechnik», die kundenspezifisch konzipierte Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge der niederländischen Falkom BV in Süddeutschland und der Schweiz vertreibt.
Geht nicht gibt’s nicht: Die Schöpfer Autohilfe birgt und transportiert alles, was Räder hat – auch einen Piranha-Radschützenpanzer der Schweizer Armee.© zVg
Breit gefächerte Fahrzeugflotte für Fahrzeugbergung jeglicher Art
Urs Schöpfer gewährte uns spannende Einblicke in die Tätigkeit und das Einsatzmittel-Portfolio der Schöpfer Autohilfe.© Jörg Rothweiler / zVgWie solche Fahrzeuge aussehen und ausgestattet sind, zeigt ein Blick in die Fahrzeughalle der Schöpfer Autohilfe. Denn natürlich vertraut diese auch selbst auf Falkom-Spezialfahrzeuge, wie Urs Schöpfer erklärt: «Wir haben zwei schwere Bergungsfahrzeuge vom Typ Mercedes Benz Arocs 8x4 im Einsatz, eines davon mit grossem Bergekran. Hinzu kommen diverse weitere Hubbrillen-, Schiebe-, Doppelplateau- sowie Pick-up-Plateau-Fahrzeuge. Mit diesen können wir grundsätzlich jede erdenkliche Art von Fahrzeugen bergen und transportieren – vom Motorrad über normale Autos und Lieferwagen bis zum Lkw, Omnibus oder auch Radpanzer.»
Wie wenig Urs Schöpfer mit dieser Aussage übertreibt, zeigt ein Blick in das umfangreiche Einsatzalbum des Unternehmens. In den vergangenen Jahrzehnten hat das im 3-Schicht-Betrieb tätige, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereite Team der Schöpfer Autohilfe so ziemlich alles «am Haken» gehabt, was es auf Schweizer Strassen zu sehen gibt. Die Palette reicht vom 3,5 Millionen teuren Ferrari-Oldtimer über die Lokomotive des «Masoala Express»-Rad-Zuges des Zoos Zürich bis zum Piranha-Radschützenpanzer der Schweizer Armee. «Und natürlich bergen wir regelmässig Unfall- und Pannenfahrzeuge jeglicher Art – vom Fiat Cinquecento bis zum liegen gebliebenen Omnibus oder einem in den Strassengraben gekippten, voll beladenen 40-Tonnen-Sattelzug», sagt Urs Schöpfer. «Selbst ein havariertes Kleinflugzeug war schon dabei.»
So spektakulär solche Bergungen für Aussenstehende wirken mögen: Für die top ausgebildeten und ausgerüsteten Angehörigen seines Teams sind sie kaum mehr als eine willkommene Abwechslung in der Alltagsroutine. «Solange wir mit unseren Bergefahrzeugen freien Zugang zum Ort einer Havarie haben, ist selbst die Bergung des grössten Sattelzugs nur eine Frage von Können, Technik und Erfahrung», schmunzelt Urs Schöpfer.
Komplexer wird es, wenn das zu bergende Objekt nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich ist. Beispielsweise, weil es in einer Tiefgarage steht, deren Einfahrt und Deckenhöhe zu niedrig für ein Bergefahrzeug sind. Oder wenn es nicht auf den eigenen Rädern rollend bewegt werden kann oder darf. Etwa, weil dann der Antrieb beschädigt würde, im Fall eines E-Fahrzeugs ein Brand ausbrechen könnte oder, bei Deliktfahrzeugen, für die Forensik wichtige Spuren vernichtet würden.
Ferngesteuertes Raupen-Bergefahrzeug «EasTract»
Für derartige Ausnahmefälle hat die Schöpfer Autohilfe mit dem «EasTract» ein ferngesteuertes Raupen-Bergefahrzeug zur Hand. Dieses bietet bis zu 2,5 Tonnen Nutzlast und ermöglicht es, Delikt- oder Pannenfahrzeuge aufzunehmen, ohne deren Räder zu bewegen – im Freien, in Tief- oder Parkgaragen sowie generell an jedem Ort, an den ein konventionelles Bergefahrzeug nicht vordringen kann oder kein Platz für einen Kranverlad vorhanden ist.
Das mit einer speziellen Ausleger-Plattform bestückte Raupenfahrzeug wird mit dem Lkw herantransportiert, fährt bis zum Bergeobjekt und schiebt sodann zwei aufeinander laufende, schräg vorschiebbare Ausleger unter dessen Vorder- und Hinterräder. Danach nimmt es das «unterwanderte» Fahrzeug huckepack und fährt mitsamt diesem auf das Plateau des Berge-Lkw. «Mit dem EasTract können wir Autos überall aufladen – und zwar quer oder längs, denn die Ladevorrichtung kann um 90 Grad gedreht werden», erklärt Urs Schöpfer.
Mit 3,52 Meter Länge, 1,80 Meter Breite und – inklusive Motoreinheit – 1,28 Meter Höhe baut das EasTract kompakt. Angetrieben wird es von einem 35 PS starken Motor, der an ein hydrostatisches Getriebe mit zwei Geschwindigkeitsstufen (2,2 und 4,5 km/h) gekoppelt ist. So bezwingt es Steigungen von bis zu 17 Grad, wobei die Gummiraupen sicheren Halt auf nahezu jedem Untergrund bieten.
Optional kann der «EasTract» mit einer Seilwinde, Arbeitsleuchten, einer Motorradhalterung sowie einem Hebewerkzeug mit Kupplung zum Bergen von Anhängern ausstaffiert werden. Auch wird vom französischen Hersteller «Multitract» eine Heavy-Duty-Variante mit bis zu 3,5 Tonnen Nutzlast angeboten.
» Cleveres Bergegerät: Mit dem «EasTract» können Fahrzeuge an nahezu jedem erdenklichen Ort geborgen werden – und das, ohne deren Räder bewegen zu müssen.© Jörg Rothweiler / zVg
Moderne Fahrzeuge werden schwerer – und sorgen für ungewohnte Pannen
Mehr Nutzlast ist nie ein Fehler – auch für «normale» Plateau-Fahrzeuge, wie Urs Schöpfer weiss. «Moderne Autos, insbesondere E-Fahrzeuge, wiegen schnell 2,5 Tonnen oder mehr. Daher müssen wir unseren Fahrzeugpark kontinuierlich anpassen, um solch schwere Fahrzeuge sicher aufnehmen und transportieren zu können.»
Als weitere Herausforderungen nennt er technologische und gesellschaftliche Entwicklungen: «Das Verhalten der Fahrzeugbesitzer respektive -betreiber hat sich markant verändert. Seit Versicherungen und Hersteller Mobilitätsgarantien und -policen anbieten, wird die regelmässige Wartung älterer Autos immer öfter stark vernachlässigt. Wird es im Herbst erstmals kalt, häufen sich die Pannenfälle ebenso wie an besonders heissen Sommertagen». Dabei reagieren Betroffene zunehmend dünnhäutiger. «Waren sie früher dankbar, wenn wir angerollt kamen, sind sie, je länger, je öfter, ungeduldig und genervt. Das macht den ohnehin anstrengenden Rund-um-die-Uhr-Job nicht wirklich leichter», sagt Urs Schöpfer.
Zusätzlich beschert der technologische Wandel neue Probleme. «Viele Fahrzeuge erhalten heute Over-the-air-Updates für die vielfältig in ihnen verbauten digitalen Systeme. Funktioniert ein solches Update nicht, etwa, weil die mobile Datenverbindung abbricht, wenn das Fahrzeug während eines laufenden Datentransfers in eine Tief- oder Parkgarage gefahren wird, bleibt es stehen. Dann müssen wir den EasTract aufladen und zu Hilfe eilen», sagt Urs Schöpfer.
Ein weiteres Problem sind Reifenschäden: «Hatten die meisten Autos und Lieferwagen bisher ein Reserve- oder zumindest ein Notrad an Bord, rüsten immer mehr Hersteller ihre Fahrzeuge nur noch mit einem Pannenflickset aus. Das mag bei einem Nagel- oder Schraubendurchstich genügen. Doch ist ein Pneu aufgeschlitzt, geht nichts mehr.»
Mobiler Pneuservice für Pkw und Lkw
Damit Betroffene möglichst schnell wieder mobil sein können und die Pannenhelfer nicht das komplette Fahrzeug aufladen und in eine Fachwerkstatt transportieren müssen, betreibt die Schöpfer Autohilfe gleich zwei mobile Pneuservice-Fahrzeug. «Mit diesen können wir vor Ort einen Pneu von der Felge abnehmen und einen funktionsfähigen Reifen aufziehen», erklärt Urs Schöpfer.
Was für die Kunden praktisch ist und sowohl Zeit als auch Kosten für die Mobilitätsversicherung erspart, ist für das Oberentfelder Unternehmen eine logistische Herausforderung. «Wir halten ständig einen umfangreichen Fundus meist gebrauchter Reifen vorrätig – bis zur Dimension 23 Zoll, da Autoräder bekanntlich immer grösser werden», sagt Urs Schöpfer.
Kommt es zum Einsatz, muss allerdings die von einem Reifenschaden betroffene Person zwingend korrekt Auskunft geben können, welche Reifendimension genau benötigt wird. «Nicht nur daran scheitern Automobilsten heutzutage häufig», seufzt Urs Schöpfer: «Sie wissen nicht, wo auf einem Pneu dessen Dimensionen ersichtlich sind – und reagieren bisweilen ungehalten, wenn man mehrfach nachfragt. Sätze wie <Woher soll ich jetzt bitte schön einen Zollstock nehmen, um das auszumessen?>, bekommen meine Mitarbeiter und ich ebenso zu hören wie die Aussage <Der Pneu ist gottlob nur halb platt. Unten ist er zwar flach, aber oben hat er noch richtig viel Luft>. So amüsant solche Anekdoten sind, so ist es doch eigentlich zum Heulen, wo wir angelangt sind.»
Die Schöpfer’sche «Ölspurhexe®»
Sozusagen «Tränen vergiessen» tut ein weiteres Spezialfahrzeug der Schöpfer Autohilfe: die Ölspurhexe®. Diese entfernt gefährliche Fahrbahnverunreinigungen durch Kraftstoffe, Schwer- oder Leichtöle, tierische oder pflanzliche Fette – mithilfe winziger, bis zu 95 Grad Celsius heisser Wassertropfen, die mit bis zu 275 bar Druck auf die verunreinigte Verkehrsfläche gespritzt werden. Optional vermengt mit speziellen Reinigungschemikalien, wird der Schmutz von der Oberfläche und aus den Poren des Asphalts gelöst, sofort aufgesaugt und in einem Schmutzwasserbehälter gebunkert.
Entwickelt und patentiert wurde das auf einem MAN-Chassis aufgebaute Reinigungssystem von der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG im deutschen Kalbach schon vor etwa 20 Jahren. Heute wird es in zwei Varianten angeboten: mit einer einzelnen Reinigungshaube oder – wie im Fall des Fahrzeugs der Schöpfer Autohilfe – mit drei runden Flächenreinigern. Diese messen je 1,00 Meter im Durchmesser, sind an einem hydraulisch verstellbaren Ausleger montiert und schwimmend gelagert, wodurch Fahrbahnunebenheiten nahezu ausgeglichen werden. Je nach Breite und Verteilung der zu entfernenden Ölspur werden die Flächenreiniger hintereinander, nebeneinander oder versetzt zueinander positioniert. So können sehr schmale Ölspuren mittels Mehrfachreinigung mit erhöhter Geschwindigkeit entfernt oder Flächen mit bis zu 2,7 Meter Breite in einem einzigen Arbeitsgang gereinigt werden. Da die Flächenreiniger zudem vom rechten Fahrbahnrand stufenlos bis zum linken Fahrbahnrand verschoben werden können, kann das Reinigungsfahrzeug selbst sehr breitflächigen Verschmutzungen exakt folgen, ohne die eigene Fahrbahn verlassen zu müssen.
Zudem funktioniert die Reinigung sowohl bei Vorwärts- als auch Rückwärtsbewegung, was die Reinigung in engen Strassen ebenso erleichtert wie auf Gefällstrecken. Ein optionales Winterpaket, das alle wasserführenden Leitungen ausserhalb des Fahrzeugs mit Druckluft ausbläst und dann mit Frostschutz befüllt, ermöglicht eine Einsatzbereitschaft bei Frosttemperaturen von bis zu –15°C.
Die Steuerung der Reinigungsmaschine erfolgt über ein Kombiinstrument im Fahrerhaus, bestehend aus 12“-Touchdisplay und Joystick. Mit Letzterem kann die Fahrgeschwindigkeit im Reinigungsbetrieb stufenlos eingestellt werden – von 0,2 bis 1,5 km/h. Damit solch geringe Tempi überhaupt möglich sind, ist das Fahrzeug mit einem zusätzlichen hydrostatischen Fahrantrieb im Antriebsstrang des handelsüblichen Lkw-Fahrgestells ausgerüstet. Dieser erlaubt, etwa zum Umsetzen des Fahrzeugs, ein maximales Tempo von bis zu 5 km/h. Auf dem Weg zum und vom Einsatzort wird der hydrostatische Fahrantrieb abgekoppelt, sodass eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu 90 km/h möglich wird.
Mit der «Ölspurhexe» können mit Ölen, Fetten oder Kraftstoffen verschmutzte Verkehrsflächen – im Bild am Bareggtunnel – gereinigt werden. Automatisiert, effektiv und umweltschonend.© Jörg Rothweiler / zVg
Fazit: Bestens gerüstet für jede Art von Einsatz
Unser Vor-Ort-Besuch zeigt: Die Blaulichtkräfte der Kantone Aargau und Solothurn, aber auch Versicherungen, Autoimporteure, Flottenbetreiber, das Amt für Umwelt, diverse Garagen und Lkw-Betriebe der Region sowie der TCS verfügen mit der Schöpfer Autohilfe über einen hervorragend ausgerüsteten Partner für die Bereiche Bergung, Pannen-, Unfall- und Abschleppdienst sowie Strassenhilfe. Zudem bietet das Unternehmen mit Falkom Suisse massgeschneiderte Fahrzeuglösungen für andere Abschlepp- und Bergedienste an.
Wer vertieftes Interesse an den beschriebenen Lösungen hat, wendet sich an die Schöpfer Autohilfe in Oberentfelden. Die Kontaktdaten finden Sie auf: www.pannenhelfer.ch
Autos und Lkw, die mit geplatzten Reifen liegen geblieben sind, werden vor Ort mit passenden Pneus bestückt. Diese lagern in allen erdenklichen Grössen in einer Halle.© zVg
