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«MOBILE SCAN SDK» von OVD Kinegram

Identifikatoren einfach scannen statt Daten abschreiben – mit nur einer App

MRZ von Pässen, IDs oder Visa, aber auch Kfz-Kennzeichen, 2D-Barcodes und Visible Digital Seals: Blaulichtkräfte müssen oft täglich zahlreiche Identifikatoren scannen können – schnell, sicher und datenschutzkonform. Mit MOBILE SCAN SDK von OVD Kinegram AG genügt dazu eine einzige Lösung.

Personen- und Fahrzeugkontrollen gehören zu den häufigsten Routineaufgaben der im Patrouillendienst tätigen Schweizer Polizeikräfte. Laut dem Geschäftsbericht der Stadt Zürich wurden 2024 in der Limmatstadt mehr als 1’000 Verkehrskontrollen und rund 11’200 Personenkontrollen durchgeführt. In St. Gallen waren es im vergangenen Jahr 1’251 Verkehrskontrollen – und im Kanton Luzern entfielen 2024 enorme 195’958 Stunden Polizeiarbeit auf die Patrouillengrundversorgung.

Damit wird klar: Müssen die Einsatzkräfte bei Kontrollen die Daten von Personendokumenten, Führerausweisen oder Kontrollschildern erst mühsam ins System eingeben, verlieren sie viel Zeit – und riskieren zudem, Fehler zu machen. Können sie indes die Identifikationsmerkmale und Daten der zu prüfenden Dokumente digital scannen, gelingen Kontrollen deutlich einfacher, schneller und sicherer. Insbesondere dann, wenn dazu nicht – wie es noch vielerorts der Fall ist – mehrere Geräte und Applikationen eingesetzt werden müssen, sondern alle Scanaufgaben mithilfe nur einer einzigen App sekundenschnell erledigt werden können.

 Reisebach einfach scannenReisebach einfach scannen© zVg

Eine einzige App für alle Scan-Aufgaben

Eine solche App existiert sogar schon: die All-in-one-Scanlösung MOBILE SCAN SDK vom Schweizer Unternehmen OVD Kinegram. Diese wird überdies bereits von vielen Polizistinnen und Polizisten im ganzen Land genutzt – und das nach Aussagen der Kantonspolizeien Thurgau, BaselStadt und Obwalden «mehrmals täglich». Allerdings merken die Frontkräfte meist gar nichts davon, wie Valérie Gallinet, Dienstchefin Kriminaltechnik der Kriminalpolizei Kanton Aargau, verrät: «Die Integration der App ist so nahtlos, dass die meisten User denken, der Scanner sei fixer Bestandteil von MACS.» Das ist natürlich gewollt – und der Eindruck wird durch die intuitive Benutzeroberfläche und die automatisierten Funktionen der App noch verstärkt.

So macht MOBILE SCAN SDK quasi unbemerkt das DienstSmartphone zum multifunktionalen Scanner, der – allem voran – die maschinenlesbaren Zonen (MRZ) von Ausweisdokumenten, Aufenthaltsgenehmigungen und Führerscheinen erkennen und auslesen kann. Das läuft OCR-B-basiert, ist vollständig anpassbar und funktioniert sowohl mit regulären MRZ-Formaten als auch mit Sonderformaten ausserhalb des ICAO-Standards, etwa denen auf Schweizer Führerscheinen. Die Anwendung identifiziert die Daten, liest sie aus, prüft deren Integrität und leitet sie direkt an die übergeordnete App oder Folgeprozesse weiter – etwa an MACS oder auch an die App CHIP VERIFY. Letztere stammt ebenfalls von OVD Kinegram und ermöglicht es, weitere Informationen aus dem Chip des gescannten Dokuments auszulesen und dessen Echtheit sowie die Integrität der ausgelesenen Daten zu verifizieren (siehe Artikel in BLAULICHT 05-2025).

Neben MRZ können mit MOBILE SCAN SDK auch die Daten von Kfz-, Lkw- und Motorrad-Kennzeichen aus der Schweiz, Grossbritannien und der EU schnell und sicher extrahiert werden. Dabei identifiziert das Tool dank intelligenter Objekterkennung Kennzeichen automatisch als Scan-Ziel –ohne manuelle Eingriffe. Christian Siri, ICT Quality- & Problem-Manager der Stadtpolizei Zürich: «Das Tool ist sehr präzise. Mit Zweifachfokus gelingt sogar das Einlesen des Kontrollschildes eines vorausfahrenden Fahrzeugs – mit minimaler Fehlerquote.»

Anders als mit anderen Scanner-Apps können zudem 2D-Barcodes, darunter Formate wie Code 128, DataMatrix, Aztec, QR-Codes und PDF417, eingelesen werden. Solche finden sich typischerweise auf Personen-, Impf- oder Besucherausweisen, Visa, Flugtickets und Bordkarten, Paketen und Containern sowie Mautaufklebern.

Und last, but not least können auch digital signierte, kryptografisch gesicherte Visible Digital Seals (VDS) gelesen und überprüft werden. Der Scanner identifiziert und liest auch diese automatisch, authentifiziert die jeweilige digitale Signatur, um Integrität und Echtheit eines VDS zu prüfen, und gibt die extrahierten Daten an die Haupt-App zurück.

Ein Tool genügt: Mit MOBILE SCAN SDK können Einsatzkräfte jede Art von Identifikatoren scannen – von der MRZ im Reisepass über Kfz-Kennzeichen bis zum 2D-Barcode oder Visible Digital Seals (VDS).Ein Tool genügt: Mit MOBILE SCAN SDK können Einsatzkräfte jede Art von Identifikatoren scannen – von der MRZ im Reisepass über Kfz-Kennzeichen bis zum 2D-Barcode oder Visible Digital Seals (VDS).© zVg

Konform zu Standards und Datenschutzrichtlinien

Neben Vielseitigkeit, Einfachheit und Schnelligkeit profitieren Anwender hinsichtlich Standardisierung und Datenschutz: MOBILE SCAN SDK erfüllt alle relevanten globalen Standards wie ICAO Doc 9303, ISO 18013 und ISO 22376:2023 sowie alle aktuellen Datenschutzbestimmungen. Letzteres, weil die App weder Bilder noch Videos speichert und keinerlei Daten überträgt. «Die beim Scannen erfassten Daten werden ausschliesslich direkt an die Haupt-App, beispielsweise MACS, zurückgespielt», betont Patrick Brouwer. Entsprechend ist die Lösung auch offline-fähig – und daher überall nutzbar. Auch an Orten mit schlechtem oder fehlendem Mobilfunkempfang.

Fazit

Ihre nahtlose Integrierbarkeit, Vielseitigkeit und Skalierbarkeit machen MOBILE SCAN SDK zur idealen All-in-oneScanlösung für reibungslose, unterbrechungsfreie und effiziente Prozesse mit maximaler Sicherheit. Und die App wird in Zukunft sogar noch mehr leisten. Denn Patrick Brouwer verriet im Gespräch mit BLAULICHT, dass in naher Zukunft auch IDB nach ICAO als neues Format damit gescannt werden können.

«Hintergrund»

Die Schweiz braucht sicherere Kontrollschilder

Schweizer Kontrollschilder sind schlicht und schön. Mehr als eine Million werden jährlich produziert – die meisten bei Plaqué Suisse in Nunningen SO, aber auch in Haftanstalten. Zweiteres nimmt zu, wie die NZZ im September 2025 berichtete. So wird Bern ab März 2026 –nach vier Westschweizer Kantonen und dem Tessin – der sechste Kanton sein, in dem Häftlinge Kfz-Kennzeichen prägen. Graubünden und Luzern könnten folgen.

Das stösst André Seiler, Geschäftsführer der Firma Plaqué Suisse, natürlich sauer auf – und auch SVP-Ständerat Werner Salzmann, der unsere Kontrollschilder ohnehin als zu wenig fälschungssicher erachtet. Deswegen lancierte er im Juni 2025 einen entsprechenden Vorstoss. Sekundanz erhielt er von André Seiler, der optische Sicherheitsmerkmale oder digitale Signaturen zur Steigerung der Fälschungssicherheit anmahnte. «Bei Nummernschildern sind wir in der Schweiz wirklich Neandertaler», sagte Seiler damals im BLICK.

Der Bundesrat indes erachtet (bis dato) die aktuell als einziges Sicherheitsmerkmal verwendete reflektierende Folie mit Laserzeichen als ausreichend – und verweist darauf, das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) habe 2024 lediglich 20 gefälschte Kontrollschilder gefunden. Wobei das BAZG auf Anfrage erklärte, es verfüge «über keine offiziellen Statistiken zu gefälschten Kontrollschildern».

Egal – denn Fakt ist: Aktuell können die Schweizer Strafverfolgungsbehörden Kontrollschilder zwar scannen, deren Echtheit aber nur rein optisch, mit ihren Augen, überprüfen. Wie oft sie das tun, ist fraglich. Daher wären scanbare Identifikatoren für Kontrollschilder wünschenswert. So könnten unsere Polizisten und Grenzwächter diese mit MOBILE SCAN SDK nicht nur scannen, sondern zugleich deren Authentizität überprüfen. Einfach, sicher und ohne Mehraufwand. Das macht Sinn – umso mehr, als die nötigen Technologien existieren und sogar im eigenen Land produziert werden.

Dezent, aber unsicher: Schweizer Kontrollschilder sind sicherheitstechnisch auf dem Stand von 1971.Dezent, aber unsicher: Schweizer Kontrollschilder sind sicherheitstechnisch auf dem Stand von 1971.© shutterstock.com

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