Darts: Ein perfekter Sport für Einsatzkräfte
Einfach mal die Dartpfeile fliegen lassen
Darts ist ein uralter Sport – und besser für Geist und Körper, als viele glauben. Gerade für Einsatzkräfte ist das Spiel mit den drei Pfeilen und der in 20 Segmente eingeteilten Scheibe ein idealer Ausgleichssport, wie unsere Recherchen zeigen.
Der Alltag von Einsatzkräften ist stressig und oft hektisch. Viele Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Rettungs-, Sanitäts- oder Katastrophendienst suchen daher Möglichkeiten, nach dem Dienst, in Pausen oder während der Bereitschaft etwas Erholung, Abwechslung und Spass zu finden. Was viele nicht wissen: Darts ist hierfür optimal. Das Zeigen medizinische Studien ebenso wie die Erfahrungen derjenigen, die sich intensiv mit Darts beschäftigen – beispielsweise Jack, Bruce und Lino, das Inhaberteam von «Dart4 you – Dart Shop Zürich». Sie klärten uns im Rahmen der «Dartsmania» Ende Oktober im Letzipark Zürich über die Geheimnisse und Spezialitäten des Dartsports auf.
Darts hat eine lange Tradition – und ist eine geradezu ideale Sportart für Einsatzkräfte.© Jörg Rothweiler
Darts spielen tut gut –der Psyche und der Fitness
«Darts ist nicht nur unterhaltsam und gesellig. Es hat auch gesundheitliche Vorteile», erklärt Jack. «Darts spielen fördert Konzentration, Feinmotorik und die Hand-AugenKoordination, hilft beim Abbau von Stress und fördert als sozialer Sport den Team- und Wettkampfgeist.» «Zudem», ergänzt Bruce, «muss man strategisch denken, gut rechnen und seine Selbstbeherrschung wahren können. Darts ist nämlich in erster Linie ein Mind-Game, also Kopfsache.»
Das zeigt auch die Forschung: Die Konzentration auf die Pfeile und den 34 Zentimeter im Durchmesser kleinen Zielbereich des Boards fördert laut Studien die «Propriozeption», also das Wissen um den eigenen Körper und die Ausführung sehr bewusster fein koordinierter Bewegungen. Das reduziert Stress und tut gut.
Darts spielen ist vielseitig
Darts ist also gesund – und einfach zugänglich. Ein paar Darts aufs Board zu werfen, ist überall möglich. Im Büro, im Pausenraum, in der Fahrzeughalle oder zu Hause. «Dabei entspannt man sich schnell und effizient. Ganz egal, ob man für sich allein ein paar Pfeile wirft, intensiv trainiert, zu zweit oder in der Gruppe spielt», sagt Jack. Zudem wird Darts nie langweilig, weil es – neben den in mehreren Varianten spielbaren Turnierspielen 301 und 501 – unzählige Spielarten gibt. Beispiele sind «Tactics», «Blind Killer», «Shanghai», «Around the Clock» oder «Elimination» – um nur einige zu nennen.
Darts spielen entspannt und fördert Konzentration, Koordination, Selbstbeherrschung und Teamgeist.© Jörg Rothweiler
Moderne Boards sind digital und vernetzbar
Deren Abläufe auswendig lernen muss heute niemand mehr. Dafür gibt es digitale Helfer, wie Jack erläutert. «Zwar bestehen hochwertige Dartscheiben bis heute aus Fasern der Sisal-Agave (Kenia), weil diese am haltbarsten und am besten bespielbar sind. Doch das hat sich massiv verändert, insbesondere dank Auto-Scoring-Systemen wie mit automatischer Punktezählung und Board-Beleuchtung. Damit sind ungünstige Schattenwürfe auf der Scheibe ebenso kein Thema wie manuelles Punktezählen oder Verwirrung beim Spielablauf.»
Das System funktioniert so: Vier HD-Kameras im Beleuchtungsring scannen jeden Dartpfeil – und zeigen automatisch die erzielten Punkte sowie jeweils die exakte Trefferposition jedes Pfeils an. So muss man nicht rechnen – und kann Trainings intelligent analysieren. Je nach Spielvariante wird angezeigt, was der nächste Spieler tun soll – und dank WLAN und DartCounter–App kann man sogar online gegen Kollegen aus aller Welt antreten, inklusive Spielstatistiken und Rankings. «So werden korps- und institutionsübergreifende Dartturniere möglich, ohne reisen zu müssen», betont Bruce.
Bruce mit dem Pokal des «Ananas-Cup», der immer mittwochs bei Dart4you – Dart Shop Zürich stattfindet.© Jörg Rothweiler
Einstieg und Kosten
Der Einstieg in den Dartsport ist preiswert. «Ein gutes Board aus hochwertigen Sisalfasern kostet ab rund 60 Franken», sagt Jack. «Gute – wirklich gute – Pfeile mit hohem Wolframanteil im Barrel und auswechselbaren Schäften sowie Flights starten ab knapp 40 Franken pro Dreierpack. Zudem ist – zum Schutz der Wand – eine Umrandung sinnvoll. Und je nach Art des Bodens im Spielraum benötigt man zu dessen Schutz sowie dem der Pfeilspitzen eventuell noch eine Bodenmatte. Letztere hat zugleich eine Markierung für den Abwurfpunkt (sog. )».
«Für etwa 400 Franken erhält man ein gutes Board für die Dienststelle – inklusive Umrandung, Leuchtring, Teppich und vier Sets guten Dartpfeilen», sagt Bruce. «Ein Top-Board inklusive allen Zubehörs und onlinefähigen Auto-ScoringSystems von Omni kostet etwa 850 Franken. In diesem Paket ist – mit Ausnahme des als Display dienenden Tablets oder Smartphones – alles enthalten, um jahrelang Spass zu haben», ergänzt Jack.
Alle erwähnten Artikel sowie eine Vielfalt an Zubehör gibt es im Dart Shop Zürich. Dort stehen auch vier Dartbahnen zur Verfügung, auf denen alle Produkte bis hin zu exklusiven, knapp 200 Franken teuren Dartpfeilen getestet werden können – bei Kaffee, Cola oder Bier und guten Gesprächen. Zudem findet dort immer mittwochs der «Ananas-Cup» für zwölf Spieler und dienstags das «Double Trouble Tuesday»Partnerturnier (2x2) statt. Mehr Infos finden Interessierte auf www.dart4you.ch sowie auf den Instagram- und TikTokKanälen von Dart4you.
«Info»
Wissenswertes zu Darts
Darts gibt es seit rund 130 Jahren. Seine Wiege liegt in England, von wo auch die besten Spieler der Welt stammen. Aktuell sind dies Luke Humphries (30) und der erst 18-jährige Luke Littler.
Die Dartscheibe (Board) ist in 20 Segmente eingeteilt. Deren Wertigkeit (1–20) wurde 1896 vom englischen Zimmermann Brian Gamlin festgelegt, mit dem Ziel, das Element des Zufalls zu minimieren und jenes der Treffsicherheit zu maximieren. Zwei 8 Millimeter schmale Ringe verdoppeln (äusserer Ring) oder verdreifachen (innerer) die Punktezahl. Im Zentrum befinden sich Single Bull (grün; 25 Punkte) und Bull’s Eye (rot; 50 Punkte). Die Scheibe misst 54,1 Zentimeter im Durchmesser, wovon 34 Zentimeter auf die Trefferfläche entfallen. Der Abstand vom Oche (Wurfpunkt) zur Scheibe beträgt 2,37 Meter, das Bull’s Eye muss sich in einer Höhe von 1,73 Metern befinden.
Die Pfeile (Darts) bestehen aus Spitze (Tip), Griff (Barrel; Legierung mit hohem Wolframanteil), Schaft (Plastik oder Metall) und Flügeln (Flights). Sie dürfen 30,5 Zentimeter lang und 50 Gramm schwer sein, wobei Pfeile mit 20 bis 25 Gramm üblich sind. Sie sind also deutlich grösser und schwerer als die Softdartspfeile, die an elektronischen Dartautomaten verwendet werden (sog. E-Darts) und eine Kunststoffspitze haben.
Darts bei Polizei und Feuerwehr
In Deutschland ist Darts bei Einsatzkräften schon verbreiteter als bei uns. Dort organisiert die Gewerkschaft der Polizei GdP immer wieder regionale Dartturniere. Am 2. November 2024 fand sogar das erste bundesweite GdP-Dartturnier statt. Sehr beliebt ist Darts auch bei deutschen Feuerwehren. So nahmen am 25. Oktober 2025 stattliche 40 Teams am ersten Steel-Dart-Turnier der Freiwilligen Feuerwehr Wittgenborn teil. Weitere Feuerwehr-Dart-Turniere gab es 2025 in Gechingen, Altenglan, Mudenbach, Wiefelstede, Sulzemoos, Rott am Inn und Walsrode – um nur einige Orte zu nennen. Oft waren es erstmalige Austragungen. Das zeigt: Darts ist voll im Trend.
Gute Dartpfeile gibt es um 40 bis 200 Franken. Welcher zu einem passt, muss man selbst herausfinden.© Jörg Rothweiler
