Eine scharfe und zuverlässige Rettungsschere ist ein für Spezialisten der taktischen Einsatz-Medizin (TEM), Notfallsanitäter, First Responder, Notärzte, aber auch Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte unverzichtbares Hilfsmittel. Wir haben fünf Modelle unter die Lupe genommen.

Eine gute Rettungsschere muss zahlreiche Anforderungen erfüllen: Sie muss scharf sein, um selbst dicke und stabile Gewebe oder gar dünne Metalle (Fingerringe, Reissverschlüsse) durchtrennen zu können. Zudem muss sie robust, rostfrei, möglichst im Autoklaven desinfizierbar, auch mit Handschuhen bedienbar, dennoch kompakt und sicher transportierbar sein. Wie gut erfüllen fünf weltweit beliebte und erhältliche Modelle diese Anforderungen?

© HerstellerLeatherman Raptor: Die Kombination aus Rettungsschere und Multitool hat weltweit viele Fans. Sie ist aber leider nicht autoklavierbar und sehr schwer zu reinigen.Leatherman Raptor: Die Kombination aus Rettungsschere und Multitool hat weltweit viele Fans. Sie ist aber leider nicht autoklavierbar und sehr schwer zu reinigen.Leatherman Raptor: das Multitalent

Die Leatherman Raptor ist das Schweizer Sackmesser unter den Rettungsscheren. Sie ist zusammenklappbar, kann mit einem Clip an der Kleidung befestigt, an einer Öse gesichert oder in einem Molesystem-tauglichen Holster mitgeführt werden. Neben der Scherenfunktion bietet die Leatherman Raptor Zusatzfunktionen wie Glasbrecher, Gurtschneider, Fingerring-Cutter, Massstab und Sauerstofftank-Schlüssel (nur US-Norm). Die rund 3 mm starken Klingen aus 420-HC-Stahl (untere mit Zahnung) rasten beim Ausklappen sicher in ihre Arretierung und sind sehr scharf. Ausgeklappt ist die Raptor stolze 20,5 cm lang, eingeklappt misst sie 13 cm. Ihr Gewicht: 165 Gramm. Ihr Preis: ab knapp 100 Franken.

Unser Fazit: ein vielseitiges Nothilfewerkzeug, vor allem für den Ausseneinsatz. Leider schwer zu reinigen und nicht autoklavierbar. Zudem bietet die Raptor punkto Haupteinsatzzweck keinen entscheidenden Vorteil.

© HerstellerDie ParaShears von SOG kombiniert diverse Tools mit einer Rettungsschere. Wie die Raptor ist sie vielseitig, schwer zu reinigen, aber immerhin autoklavierbar.Die ParaShears von SOG kombiniert diverse Tools mit einer Rettungsschere. Wie die Raptor ist sie vielseitig, schwer zu reinigen, aber immerhin autoklavierbar.SOG «ParaShears»

Die SOG «ParaShears» wurde zusammen mit Notärzten und Sanitätern entwickelt und kombiniert eine Rettungsschere mit 3Cr13-Stahlklingen mit Glasbrecher, Leinen- und Gurtschneider, Seilschneider, Zentimeter- und Millimetermass, Pinzette, Wellenschliffklinge, Ahle, Sauerstoffflaschenschlüssel, Kreuz- und Schlitzschraubendreher sowie Flaschenöffner. Wie die Leatherman Raptor kann die Schere zusammengeklappt werden. Allerdings ist sie noch komplizierter zu reinigen als ihr Vorbild. Immerhin aber kann die knapp 19 cm lange und 135 Gramm schwere Vielzweckschere zur Desinfektion autoklaviert werden. Ein Nylonetui gehört zum Lieferumfang. Die Preise starten bei knapp 100 Franken.

Unser Fazit: Noch vielseitiger als die Raptor, noch schwerer zu reinigen, wenngleich autoklavierbar ist die Para­Shears besonders vielseitig. Bezüglich ihres Haupteinsatzzwecks aber ist sie einer konventionellen Rettungsschere nicht überlegen.

© HerstellerDie Rettungsschere Robin «Safety boy» von Kretzer ist schwer, massiv und robust. Sie eignet sich aber nicht für das tägliche Mittragen.Die Rettungsschere Robin «Safety boy» von Kretzer ist schwer, massiv und robust. Sie eignet sich aber nicht für das tägliche Mittragen.Kretzer Robin «Safety boy»: schwere Kost

Die Rettungsschere Robin «Safety boy» ist ein Monster: 24 cm lang und 465 Gramm schwer schneidet sie wirklich alles – selbst dickstes Leder, Seile und sogar dünne Drähte. Zwar ist sie, anders als die meisten Rettungsscheren, nicht abgewinkelt. Doch ein breiter, abgerundeter Kunststoffschutz verhindert Schnittwunden. Praktisch sind der Glaszertrümmerer sowie die Halterung, mit der die Schere im Einsatzfahrzeug verschraubt werden kann. Das alles hat seinen Preis: Die Robin «Safety boy» kostet annähernd 100 Franken.

Unser Fazit: zu schwer für den mobilen Einsatz «am Mann» und eher unhandlich. Ansonsten ein unverwüstliches Ersthelfergerät, das notfalls auch zur Selbstverteidigung geschwungen werden kann.

Mit dem angebauten «Ripper» der Ripshears «Tactical» können Kleidung und andere Textilien aufgeschlitzt statt aufgeschnitten werden.Mit dem angebauten «Ripper» der Ripshears «Tactical» können Kleidung und andere Textilien aufgeschlitzt statt aufgeschnitten werden.Ripshears «Ripper»: der Schlitzer unter den Scheren

Die von den taktischen Medizinern der US Navy Seals entwickelte und getestete Ripshears «Tactical» trägt am Griff den «Ripper», eine superscharfe V-Doppelklinge, um dünnere Kleidung einfach aufzuschlitzen, statt aufzuschneiden. Die nicht reflektierenden Klingen der Schere sind aus rostfreiem, spezialbeschichtetem 440A-Stahl gefertigt und können ausgetauscht werden, so sie einmal stumpf werden sollten. Bis dieser Fall eintritt, ziehen aber viele Einsätze ins Land, denn die Klingen haben eine Härte von 56 HRC. Die Schere kann bei bis zu 143 Grad Celsius autoklaviert ­­werden – mitsamt dem angeschraubten «Ripper». Pfiffig: Als Modell «Firefly» verfügt die Schere (für den Zivileinsatz) über im Dunkeln nachleuchtende Kunststoffteile. Für hoch mobile Einsatzkräfte gibt es zudem das kleinere und leichtere Modell «RS-4 Mini» mit fest am Griff angegossenem Ripper. Die Scheren von Ripshears sind zu Preisen ab 25 Franken erhältlich.

Unser Fazit: Wenn’s um Tempo geht, ist der Schlitzer unschlagbar. Der Rest ist konventionell. Tipp: Der «Ripper» ist auch separat erhältlich und kann an die Griffe zahlreicher Rettungsscherenmodelle angeschraubt werden.

© HerstellerKeine Multifunktionalität, keine Spielereien, einfach nur eine Rettungsschere: xShear fokussiert sich aufs Wesentliche.Keine Multifunktionalität, keine Spielereien, einfach nur eine Rettungsschere: xShear fokussiert sich aufs Wesentliche.xShear: Reduced to the max

Der US-Hersteller xShear verzichtet bei seiner in diversen Farben und Beschichtungen erhältlichen Rettungsschere auf Multifunktionalität. Stattdessen zählen Qualität, gute Ergonomie und die Konzentration auf den grundlegenden Einsatzzweck. Das Resultat: eine leicht zu reinigende, im Autoklaven desinfizierbare Rettungsschere, die schneidet wie Gift und dank nur 119 g Gewicht überall hin mitgeführt werden kann – sicher verstaut im Kunststoffholster mit Entriegelungstaste. Die gehärteten Stahlklingen der 19 cm langen Schere sind rostfrei und auch mit Titaniumbeschichtung erhältlich. Die Spitzen der Klingen, von denen die untere mit feiner Zahnung aufwartet, sind sauber abgerundet. Der leicht s-förmige Schwung der Schere ist ergonomisch perfekt und die Griffe verfügen über so grosse Öffnungen, dass die Rettungsschere auch mit Handschuhen bedient werden kann. Die Preise starten bei moderaten 40 Franken.

Unser Fazit: eine Rettungsschere, die konsequent auf jeden Schnickschnack verzichtet, auf hochwertige Materialien setzt sowie sauber verarbeitet und perfekt geformt ist. Die xShear 7.5’’ Heavy Duty kann alles, was eine Rettungsschere können muss. Zudem ist sie erfreulich preiswert.

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Drohnen spalten die Gesellschaft. Die einen prognostizieren ihnen eine gigantische Zukunft, andere verunglimpfen sie als «fliegende Kameras». Sicher ist: Bei Militär, Polizei sowie Schutz- und Rettungsdiensten leisten Drohnen wertvolle Arbeit. Und mit künstlicher Intelligenz an Bord werden sie zu wahren Überfliegern. Im April 2019 stellte die Schweizerische Rettungsflugwacht die «Rega-Drohne»...
Eine scharfe und zuverlässige Rettungsschere ist ein für Spezialisten der taktischen Einsatz-Medizin (TEM), Notfallsanitäter, First Responder, Notärzte, aber auch Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte unverzichtbares Hilfsmittel. Wir haben fünf Modelle unter die Lupe genommen. Eine gute Rettungsschere muss zahlreiche Anforderungen erfüllen: Sie muss scharf sein, um selbst dicke und stabile...
Experten warnen eindringlich: Ein Black­­­out in den kommenden fünf Jahren ist sehr wahrscheinlich – und trifft er die Schweiz, wird es böse enden. Doch das Risiko wird unterschätzt. So wie die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie ignoriert wurde. Bis Corona kam. Die Schweiz sollte daher die richtigen Lehren ziehen – und zwar jetzt! Herbert Saurugg ist ein europaweit gefragter und viel zitierter...
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